Beschreibung/Bewertung einer Sicher­heits­kultur

Wie kann man den operativen Arbeitsschutz bewerten? Wie kann man den Entwicklungsstand einer Sicherheitskultur messen? Wie kann man objektiv erörtern, welcher nächste Schritt eine Organisation im Arbeitsschutz effektiv voranbringt?

Wer kennt dies nicht? Man macht bereits sehr viel, man hat den Maschinenpark mit Sicherheitseinrichtungen nachgerüstet, man investiert in diverse Schulungen, aber trotzdem bewegen sich die Unfallzahlen nicht wesentlich nach unten, verharren auf einem Plateau oder steigen sogar.

In diesem Fall kann eine Beurteilung der aktuellen Sicherheitskultur helfen. Oft werden hierzu Fragebögen oder ein Sicherheitskultur-Assessment herangezogen.

Der Pro-Safety-Index beinhaltet mehrere Möglichkeiten zur Beurteilung der aktuellen Sicherheitskultur auf Basis des Pro-Safety-Kulturhauses:

  1. Sicherheitskultur-Assessment durch einen Experten: Mittels Interviews und Begehungen wird anhand eines Bewertungsrasters die aktuelle Sicherheitskultur über alle Hierarchieebenen erörtert und beurteilt. Ein ausführlicher Bericht und moderierte Führungs-Workshops helfen bei der nachfolgenden Maßnahmenplanung.

  2. Partnerschaftliche Sicherheitskultur-Evaluierung: Anhand von Begehungen und Workshops wird der aktuelle Stand zur Sicherheitskultur durch das eigene Führungsteam ermittelt. Ein Sicherheitskultur-Experte moderiert die Workshops. Die Organisation erhält hier ebenfalls einen Bericht und einen Maßnahmen-Workshop zur Erstellung eines Maßnahmenplans. Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist natürlich, dass das Ergebnis eine hohe Akzeptanz durch die bewusste Eigenbeteiligung bekommt.

  3. Safety-Culture-Preparedness-Score, dies ist ein niederschwelliges Angebot zur Selbstbewertung der realen Situation zur Sicherheitskultur eine Organisation anstatt höherpreisigen Assessments oder Evaluationen.

    Anhand von 57 Fragen zu 12 Themenblöcken werden die Grundlagen des Arbeitsschutzes als Selbstbewertung erörtert. Auf Basis einer online-Abfrage erhält die Organisation eine detaillierte Aussage, inwieweit die Basis des Pro-Safety-Kulturhauses erfüllt wird, und damit die Basisthemen im Arbeitsschutz im üblichen Arbeitsalltag gelebt wird. Anhand eines Berichts können nun mögliche Lücken geschlossen werden, damit die Organisation in der Folge für die nächsten Schritte zur Sicherheitskultur gerüstet (“prepared“) ist.

  4. Pro-Safety-Maturity-Score (noch in Ausarbeitung): Aufbauend auf dem “Safety-Culture-Preparedness-Score” folgt ein entsprechender Maturity Score, welcher der Organisation bei regelmäßiger (jährlich) Bearbeitung eine Auskunft über den aktuellen Stand in der Sicherheitskulturentwicklung (Maturity = Entwicklung/Reife) sowie potenzielle nächste Schritte gibt. Der Safety-Culture-Maturity-Score befindet sich im Moment noch im Aufbau.

  5. Regelmäßiger Review der operativen Präventionsarbeit anhand geeigneter Leading Indikatoren, die den Arbeitsschutz aus vielen Blickwinkeln beurteilen. In der Regel wird der Arbeitsschutz in vielen Unternehmen immer noch anhand von Unfallraten und Abwesenheitsquoten beurteilt. Mit geeigneten Leading Indikatoren kann der operative Arbeitsschutz besser und regelmäßig beurteilt werden. Das Führungsteam erhält eine neue Führungsgröße, der Arbeitsschutz wird dadurch ein gleichWERTiger UnternehmensWERT.

Bei allen Varianten der Punkte 1-3 wird untersucht und ausgewiesen, ob und welche Basis-Elemente laut dem Pro-Safety-Kulturhaus fehlen. Dies ist insofern wichtig, da die fehlenden Elemente bei nachfolgenden Kultur-Entwicklungs-Maßnahmen entscheidende Hürden darstellen oder gar zum Scheitern der Entwicklungsmaßnahmen führen könnten.

Pro-Safety-Index - Fazit

Pro-Safety-Index - Fazit

Alle aufgezeigten Möglichkeiten helfen Unternehmen jederzeit den aktuellen Stand der Sicherheitskultur zu beurteilen und die geeigneten nächsten Maßnahmen zu entwickeln.

Die fünfte Variante mit Leading Indikatoren ist eher für fortgeschrittene Unternehmen empfehlenswert und helfen den jeweiligen Organisationseinheiten Arbeitssicherheit mit objektiven und SMARTen Kriterien zu steuern.